Ausgangssituation

  • In einer Studie zum Stand der Medizintechnik in Deutschland aus dem Jahr 1969 konnte Prof. Dr. G. Klasmeier nur eine einzige Abteilung (Abt. für Kinderkardiologie und Biomedizinische Technik, Christian-Albrechts-Universität Kiel) benennen.

  • Im Anschluss an diese vielfach als „Klasmeier-Studie“ zitierte Analyse gab es eine aktive Phase mit Gründung mehrerer Institute bzw. Abteilungen an wissenschaftlichen Hochschulen und Fachgebiete an Fachhochschulen.

  • So wurde 1970/1971 an der Medizinischen Hochschule Hannover die Abteilung für Biomedizinische Technik (BMT) und Krankenhaustechnik (KT) errichtet, gefördert durch die VW-Stiftung, und Leitung der Technischen Verwaltung der MHH (Prof. Dr. Otto Anna / Prof. Dr. Christoph Hartung).

  • Parallel entstanden in den 1970er-Jahren in einer Reihe großer, staatlich geförderter  Bauprojekte Großklinika wie u. a. die MHH, Münster, Göttingen, Aachen, Köln, Lübeck, Marburg.

  • In den Bausummen waren in einem sehr hohen Anteil von bis ca. 60 % technische Ausstattungen enthalten (z.B. Medizintechnik, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik, Elekronik/Elektrotechnik) die auch mit ersten Gebäudeleitsystemen überwacht waren.

  • Der enorm große Innovationsdruck der damaligen Zeit stellte die Technikverantwortlichen vor große Herausforderungen für den sicheren Betrieb dieser Technologien.

  • Für die Übernahme der Neubauten bestand die Herausforderung, den Betrieb einschließlich der Wechselwirkungen zwischen allen eingesetzten Technologien zu beherrschen und die sehr komplexen und überwachungsintensiven Anlagen mit hoher Betriebssicherheit für den Krankenhausbetrieb bereit zu halten. Die Komplexität erforderte den Aufbau funktionierender Servicestrukturen in Eigenregie und mit Einbindung der Hersteller für einen zuverlässigen Betrieb.

  • Krankenhäuser wurden zur damaligen Zeit i.d.R. von Medizinern geführt, die handwerklichen Mitarbeiter unterstanden in der Regel der Verwaltung.

  • In kleineren Krankenhäusern bestand die Technik häufig „nur aus Hausmeistern“ für operative Arbeiten. Komplexere Instandhaltung übernahmen meist Fremdfirmen (i.d.R. Errichter), beauftragt durch die Verwaltung. 

  • Der Technikbetrieb wurde damals nicht vorrangig unter wirtschaftlichen Vorgaben aufgebaut, sondern es galt den Betrieb und die Instandhaltung der haus- und medizintechnischen Anlagen und Geräte sicherzustellen.

  • 1979 wurden erste Technische Servicezentren (TSZ) mit 11 Modellkrankenhäusern als Modellversuch der Bundesregierung geschaffen.

  • Vielfach wurden nach Inbetriebnahme der teilweise in mehrjähriger Bauzeit errichteten Neubauten fachverantwortliche Mitarbeiter der Herstellerfirmen von den Krankenhäusern übernommen, um einen zuverlässigen Betrieb sicherstellen zu können.

  • Neben dem Bedarf am Aufbau professioneller Instandhaltungsstrukturen entstand der Bedarf an Austausch und Fort- und Weiterbildung.

  • Zusätzlich entstanden aufgrund des großen Drucks aus den Krankenhäuser erste Studiengänge mit der Ausrichtung auf Krankenhaustechnik, in der verschiedene Ingenieurdisziplinen mit der inhaltlichen Klammer „Krankenhausbetrieb“ zusammengeführt wurden („First engineer, then biomedical engineer“).

  • Die Fachvereinigung Krankenhaustechnik e. V. wurde im Jahr 1974 in Hannover auf Initiative von Prof. Dr. Anna gegründet und im Vereinsregister Hannover unter Nummer VR 4171 eingetragen. Relativ bald zeichnete sich schon ab, dass die FKT ein Berufsverband der Technischen Leiter sein wird, zu dem Mitarbeiter der Hersteller keinen Zugang hatten.

  • Dadurch entstand die Frage, auf welcher Plattform der wissenschaftliche Austausch und die Forschung und der Krankenhaustechnik stattfinden könnte.

  • Hochwertiges Fachwissen wurde damals i.d.R. extern eingekauft, die Produktentwicklung und der Service wurden damals von den Firmen übernommen, die Krankenhäuser hatten nur wenige eigene Technische Mitarbeiter.

  • Daher war es durchaus sinnvoll und geboten, dass es einen Austausch und eine fachlich-theoretische Zusammenarbeit zwischen den Technischen Leitern (bzw. den Krankenhäusern) und den Herstellern, Fachplanern Hochschulen etc. gab.

  • 1974 fand das 1. Fachsymposium Krankenhaustechnik an der Medizinischen Hochschule Hannover statt. Die Tagung wurde ein großer Erfolg und manifestierte den Wunsch nach Tagungen zu weiteren derzeit aktuellen Themen.

 

 

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